Bundesclient
Artikel Digitale Lösungen
Die Maßnahme entwickelt den künftigen standardisierten IT-Arbeitsplatz in der Bundesverwaltung. Dieser "Service Bundesclient" ist eine Einheit aus Hardware, Software und Serviceleistungen. Betriebssystem, Software und Arbeitsplatzhardware werden standardisiert. Die Rechenzentren des Bundes und die Betriebsstrukturen (Service und Support) werden vereinheitlicht. Der Bundesclient wird schrittweise in den Behörden eingeführt. Er ermöglicht ortsunabhängiges und zeitflexibles Arbeiten bei hoher Informationssicherheit. Als zentrale für alle Mitarbeitende der Bundesverwaltung nutzbare Infrastruktur ist diese Maßnahme das Rückgrat der Verwaltungsdigitalisierung.
Ausgangssituation
In der Vergangenheit war jede Behörde für die informationstechnische Unterstützung ihrer Aufgaben selbst verantwortlich. Ihr oblagen Aufgaben wie die Festlegung der Anforderungen, Konzeption der technischen Lösung, Beschaffung sowie Betrieb und Service für die Informationstechnik. Finanziell und personell unterschiedliche Rahmenbedingungen führten zu einer uneinheitlichen Ausstattung. Das entstandene unterschiedliche Sicherheits- und Qualitätsniveau erschwerte die reibungslose Zusammenarbeit.
Zielbild
Der Service Bundesclient standardisiert die informationstechnische Plattform und die Produkte für die Unterstützung von Bürotätigkeiten. Zur technischen Plattform gehören die Arbeitsplatzausstattungen (Client) und die zentralen Komponenten in den Rechenzentren (Backend). Der Service Bundesclient gewährleistet auch die Beratung und Unterstützung bei der konkreten Nutzung der IT-Ausstattung (Service Desk, Vor-Ort-Service). Durch seine technische Architektur entkoppelt der Bundesclient den IT-Arbeitsplatz (Betriebssystem) von den Produkten für die fachliche Aufgabenwahrnehmung (Fachverfahren). Dadurch schafft er die Voraussetzungen für mehr Produktunabhängigkeit und ermöglicht digitale Souveränität.
Die Maßnahme wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat strategisch gesteuert. Das konkrete Produkt wird vom Informationstechnikzentrum Bund (Der Bundesclient – ein standardisierter IT-Arbeitsplatz für die digitale Verwaltung) bereitgestellt.
Kernnutzen
Mit der Einführung des Bundesclients wird die derzeit noch heterogene technische Arbeitsplatzausstattung vereinheitlicht. Hiermit werden folgende Ziele verfolgt:
1. Die Leistungsfähigkeit und Mobilität der IT-Arbeitsplätze zu erhöhen.
2. Informationssicherheit, Datenschutz und Geheimschutz behördenübergreifend sicherzustellen.
3. Die Wirtschaftlichkeit und Transparenz der Informationstechnik zu verbessen.
4. Einen stabilen und zukunftsfähigen technischen Betrieb ermöglichen.
5. Die Fähigkeit ausbauen, auf innovative technologische Trends zu reagieren.
Um die IT-Arbeitsplätze zentral und automatisiert zu verwalten, wird die erforderliche Infrastruktur standort- und kundenübergreifend skalierbar vereinheitlicht. Hierbei wird auf herstellerunabhängige Schnittstellen geachtet. Diese sind die Grundlage, um die Vielzahl der Basisdienste der Dienstekonsolidierung zu nutzen. Durch zentral beschaffte und verwaltete Produktkomponenten wird zudem die Position des Bundes als Einkäufer am Markt verbessert.
Durch eine spezifische Sicherheitsarchitektur wird der Datenschutz gewährleistet und der Schutz vor Angriffen auf die Informationstechnik der Bundesverwaltung verbessert. Dies ermöglicht die Bearbeitung von sensiblen und geheimschutzbedürftigen Daten mit hoher Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit.
Der Service Bundesclient realisiert einen elektronischen Arbeitsplatz, der weitgehend unabhängig von Einsatzort und Endgerät ist. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag für ein Mehr an Freiheit bei der Bestimmung von Ort und Zeit der Arbeit. Der Bundesclient schafft die technischen Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und steigert damit die Attraktivität des Bundes als Arbeitgeber.
Nutzerkreis
Maßnahmenlaufzeit
Einordnung der Maßnahme in den Gesamtkontext
Die IT-Maßnahme Bundesclient ist der Domäne Infrastruktur (INF) zugeordnet.
Die Domäne Infrastruktur (INF) umfasst standardisierte IT-Infrastrukturdienste für die Nutzung und den Betrieb von Basis- und Querschnittsdiensten sowie Fachdiensten. Infrastrukturdienste umfassen insbesondere Funktionen für die Bereitstellung von IT-Arbeitsplätzen und den Betrieb der IT in Rechenzentren auf konventionellen und cloudbasierten Betriebsplattformen. Der Zugriff auf die Dienste erfolgt über sichere Verwaltungsnetze. Darüber hinaus werden Dienste zur Authentifizierung und zum Schutz des Zugriffs auf die IT-Infrastruktur definiert und Dienste zusammengefasst, die die behördenspezifische Kommunikation sicherstellen sollen.
Dienst, der mit der IT-Maßnahme umgesetzt wird | Name der IT-Maßnahme, zu der die Abhängigkeit besteht | Erläuterung der Abhängigkeit |
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Alle IT-Maßnahmen | Alle IT-Maßnahmen | Der Bundesclient ist die alleinige Plattform von der aus Nutzende auf die Dienste zugreifen. |
Rollout Bundesclient | Betriebskonsolidierung Bund | Rollout-Szenarien „Last“ und „Side-by-Side“ |
Kontakt
Umsetzende Behörde
Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI)