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Mittwoch, 21. März 2012

XVergabe - der Katalysator für die E-Vergabe

Die EU fordert 50% elektronische Vergaben – mit einem Anteil von ca. 4% liegt Deutschland weit zurück. Betrachtet man die elektronischen Vergabeplattformen in Bund, Ländern und Kommunen verwundert dies wenig: Sie sind untereinander nicht interoperabel und haben keinen einheitlichen Bieterzugang. Die Vielzahl von unterschiedlichen Systemen erschwert Unternehmen den Umgang mit der elektronischen Vergabe und macht sie unattraktiv. Eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aus dem Jahr 2008 ergab, dass in den Unternehmen über 1,7 Mrd. € Prozesskosten jährlich eingespart werden könnten, wenn Bekanntmachungen zentral veröffentlicht, die elektronische Vergabe mit dem Ziel der Abschaffung der Papierform forciert wird und einheitliche elektronische Formulare verwendet werden. Für Vergabestellen bedeutet dies ein Einsparpotential von über 1,1 Mrd. €.

Das Projekt XVergabe

Ziel der "XVergabe" ist es, die nachhaltigen Voraussetzungen für einen einheitlichen, standardisierten Bieterzugang zu den unterschiedlichen Vergabeplattformen der öffentlichen Hand zu schaffen. Es soll ein plattformübergreifender Standard für den zuverlässigen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten zwischen Bietern und den elektronischen Vergabeplattformen definiert werden. Dies führt zu einer höheren Akzeptant bei Bietern und in der Folge auch zu einer stärkeren Beteiligung am elektronischen Vergabeverfahren.

Die "XVergabe" wurde Ende 2007 von dem Bundesministerium des Innern und dem Beschaffungsamt des BMI im Rahmen von "Deutschland-Online" initiiert. Die Verantwortung liegt beim Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Beschaffungsamt. Die Projektleitung wird durch das Beschaffungsamt wahrgenommen. Unterstützt wird die "XVergabe" sowohl durch Lösungsanbieter elektronischer Vergabeplattformen wie Administration Intelligence AG, ausschreibungs-abc-GmbH, Beschaffungsamt, bi Medien, cosinex GmbH, Healy- Hudson, RIB, Submissions-Anzeiger und Subreport. Auch Behörden, Verwaltungen und Verbände sind mit im Boot: Die Bundeswehr, die Länder Bayern, Bremen und Rheinland-Pfalz, die Städte Montabaur und Nürnberg, das BMVBS, das BMWi, das BMI, das BVA, der BITKOM, der BDI und der Deutscher Städte- und Gemeindebund.

Um das Projekt weiter voranzubringen, unterstützte das BMI die XVergabe im Rahmen des IT-Investitionsprogramms mit rund 1,1 Mio. €.

Im Mai 2010 wurde die Spezifikation für den Austausch von Bekanntmachungen abgenommen. Dieser kann dazu genutzt werden, Bekanntmachungsmetadaten auf bund.de zu veröffentlichen. Seit 2011 kann der XVergabe-Proxy genutzt werden, um Bekanntmachungsdaten per Webservice von Lösungsanbietern im XVergabe-Format entgegenzunehmen und auf www.bund.de bereitzustellen.

Im Dezember 2011 wurde mit der Abnahme der Kommunikationsschnittstelle ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht, um die elektronische Vergabe in Deutschland voranzubringen. Ab Mitte 2012 werden erste Lösungen mit einer XVergabe-kompatiblen Schnittstelle auf den Markt gebracht. Bieter erhalten damit erstmals einen Zugang zu den unterschiedlichen eVergabeplattformen mit nur einem Bieterclient.

EU-Kommission bekundet Interesse

Mittlerweile interessiert sich auch die EU für XVergabe. Auf europäischer Ebene wurde bislang noch keine pragmatische Lösung für das Problem der vielen unterschiedlichen Schnittstellen zu Bieterclients gefunden. Nun schaut man nach Deutschland: Im September 2011 wurde XVergabe als eines von drei "Best Practices" in Brüssel den EU-Mitgliedsstaaten vorgestellt.

Fazit

Mit dem Abschluss des vierten Meilensteins wird das Ziel erreicht, die erste Version der Kommunikationsschnittstelle zwischen Bieterclient und einer Vergabeplattform bereitzustellen. Ohne die finanzielle Unterstützung durch das BMI im Rahmen von IT-Invest und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Lösungsanbietern wäre dies nicht möglich gewesen. XVergabe entwickelt sich zum Katalysator für die E-Vergabe in Deutschland und wohl möglich auch der EU.

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