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Green-IT-Initiative des Bundes

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Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) prägen seit den 70er Jahren zunehmend auch die Arbeit in der Verwaltung. Die dabei eingesetzten Geräte und die dafür eingesetzten Infrastrukturen vor allem in Rechenzentren eint allerdings neben ihrem Nutzen folgende Gemeinsamkeit: sie benötigen Energie,verbrauchen Ressourcen und belasten dadurch die Umwelt.

Wie aus dem vom Bundesumweltministerium und Bitkom erstellten Leitfaden "Energieeffizienz im Rechenzentrum" aus dem Jahre 2008 hervorgeht, betrug der Stromverbrauch der IKT in Deutschland im Jahr 2007 rund 55 Terawattstunden und machte damit 10,5 % des gesamten Stromverbrauchs des Landes aus. Dies verursachte CO2-Emissionen von ca. 33 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten – mehr als die Emissionen aus dem Luftverkehr. In 2008 wurde allein für die Stromversorgung aller Rechenzentren die Leistung von rund vier mittelgroßen Kohlekraftwerken benötigt. Damit verursachten die Rechenzentren in Deutschland 2008 CO2-Emissionen in Höhe von knapp 6,4 Millionen Tonnen.

Vor diesem Hintergrund hat der Rat der IT-Beauftragten der Ressorts am 13. November 2008 den Grundstein für die Green-IT-Initiative gelegt. Dieser Initiative kam die Verantwortung zu, mit den zwei nachfolgend aufgeführten Zielen den Einsatz von Informationstechnik innerhalb der Bundesverwaltung mit den Anforderungen an den Umweltschutz zu verknüpfen:

  • Reduktion des durch den IT-Betrieb verursachten Energieverbrauchs um 40% bezogen von 2009 (650 GWh) bis zum Jahr 2013 (390 GWh) unter Einrechnung einer Leistungssteigerung von 11% auf 5 Jahre
  • bei allen größeren IT-Neuinvestitionen Aufnahme des Energieverbrauchs über die geplante Betriebsdauer in die Beschaffungskriterien

Bis 2013 konnte das Ziel der Verbrauchsreduktion mit fast 48% (bei Einrechnung der o.a. Leistungssteigerung) deutlich übertroffen werden.

Aufgrund des großen Erfolgs beschloss daher der IT-Rat Ende 2013 eine Fortsetzung der Initiative bis zum Jahr 2017 (Beschluss 2013/11) mit folgenden Zielen:

  • Verstetigung des durch den IT-Betrieb verursachten Energieverbrauchs trotz weiterer Leistungssteigerungen auf den Zielwert 390 GWh/Jahr bis 2017
  • Umsetzung einer nachhaltigen IT-Beschaffung
  • Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz in Rechenzentren grundsätzlich anhand der Kriterien des "Blauen Engels" für einen energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb

In der Folge konnte die Initiative weitere Erfolge ausweisen. Im Jahr 2016 wurde mit einem real gemessenen Wert von 353 GWh der Orientierungswert i.H.v.390 GWh/Jahr sogar deutlich unterschritten.

Im Jahr 2017 wurden bei den Maßnahmen der Initiative erste Auswirkungen des Projektes IT-Konsolidierung Bund spürbar: Dieses hat zum Ziel, in den Handlungssträngen Betriebskonsolidierung, Dienstekonsolidierung sowie Beschaffungsbündelung die IT-Infrastruktur, die IT-Dienste und das Beschaffungswesen der unmittelbaren Bundesverwaltung zu konzentrieren und zu konsolidieren, um u.a. die IT-Sicherheit der Bundes-IT unter Berücksichtigung stetig wachsender Bedrohungen und einen leistungsfähigen Betrieb sicherzustellen und flexibel auf innovative technologische Trends reagieren zu können. Dabei ist zu erwarten, dass in der Übergangsphase Parallelbetriebe entstehen, die zu erhöhten Energieverbräuchen führen werden.

Im Hinblick auf den IKT-Energieverbrauch der Bundesverwaltung gilt es folglich, die migrationsbedingten Veränderungen zu dokumentieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um den Energieverbrauch möglichst niedrig zu halten. Um dies sicherstellen zu können, beschloss der IT-Rat im Sommer 2017 die Verlängerung der Initiative bis zum Jahr 2022 (Beschluss 2017/14) mit folgenden Zielen:

  • Verstetigung des durch den IT-Betrieb verursachten Energieverbrauchs in der Bundesverwaltung mit dem Ziel, den Wert von 350 GWh bis zum Jahr 2022 nicht zu überschreiten
  • Umsetzung einer nachhaltigen IT-Beschaffung, orientiert an den Vorgaben der Architekturrichtlinie und der IT-Beschaffungsstrategie
  • Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz in Rechenzentren grundsätzlich anhand der Kriterien des "Blauen Engels" für einen energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb

Die Leitung der Green-IT-Initiative wurde 2012 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) übernommen. Es wird im Rahmen der Verlängerung der Green-IT-Initiative insbesondere die – im Rahmen der IT-Konsolidierung Bund gebildeten - zentralen IT-Dienstleister ITZBund und BWI GmbH bei einer energie- und ressourceneffizienten Ausrichtung ihrer Rechenzentren unterstützen.

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