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Aktivitäten und Maßnahmen

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Aktivitäten und Maßnahmen der Green-IT-Initiative des Bundes, geordnet nach folgenden Punkten:

  1. Stärkung der Energieeffizienz in den Bundesrechenzentren
  2. Generelle Senkung des Stromverbrauches der Bundes-IT
  3. Sicherstellung einer nachhaltigen IT-Beschaffung
  4. Controlling durch ein einheitliches und optimiertes Mess- und Berichtswesen

Stärkung der Energieeffizienz in der Bundesverwaltung und in Bundesrechenzentren

Seit dem Bestehen der Initiative (2009) unterstützt eine Geschäftsstelle Green-IT die Ansprechpartner in den Ressorts und den Behörden der Bundesverwaltung bei der Stärkung ihrer IT-Energieeffizienz durch die Veröffentlichung von Handlungsempfehlungen und Green-IT-Leitfäden. Dabei galt u.a., sich jeweils an den aktuellen Schwerpunktthemen der Bundes-IT zu orientieren (z.B. veränderte Kühlsysteme, Effekte der Virtualisierung). Zunehmend mussten auch organisatorische oder prozedurale Effekte berücksichtigt werden. Eine neue Herausforderung stellt nunmehr die IT-Konsolidierung Bund dar.

Hier gilt es einerseits und vor allem, die zentralen IT-Dienstleister – das ITZBund sowie die BWI GmbH – bei einer energie- und ressourceneffizienten Ausrichtung ihrer IT und ihrer Rechenzentren zu unterstützen.

Andererseits gilt es, die Ressorts und Behörden dabei zu unterstützen, die IT, die nicht konsolidierungsfähig ist und an den bisherigen Standorten verbleibt, auch künftig energie- und ressourceneffizient zu betreiben. Dafür sind u.U. Rückbauten und ein Downsizing von Infrastrukturen wie Klima- oder USV-Anlagen notwendig.

Generelle Senkung des Stromverbrauches der Bundes-IT

In der ersten Umsetzungsphase der Green-IT-Initiative von 2009 bis 2013 konnte die Zielvorgabe, den IT-Stromverbrauch der Bundesverwaltung innerhalb von 5 Jahren um 40% zu senken, mit einem Wert von fast 48% (mit Berücksichtigung einer 11%gen Leistungssteigerung) deutlich übertroffen werden.

In der zweiten Umsetzungsphase von 2014 bis 2017 wurde dieser positive Trend fortgesetzt. Ziel war es, den Stromverbrauch der Bundesverwaltung bei 390 GWh/a (= 40% vom Startwert 650 GWh) zu halten; und dies, trotz der Herausforderungen, die durch eine zunehmende Digitalisierung z.B. im Rahmen der Umsetzung des eGovG (eVergabe, eGesetzgebung, eAkte etc.) zu erwarten waren. Tatsächlich konnte das Ziel wiederum übertroffen werden, indem der Wert bis Ende 2017 auf 344 GWh/a gesenkt wurde.

Es wird deutlich, dass die Akteure in den Behörden der Bundesverwaltung die Initiative ernst nehmen und engagiert an den Zielen der Energieeinsparung, der Materialvermeidung und der Ressourcenschonung mitarbeiten. Unterstützt werden sie durch die Green-IT-Geschäftsstelle, die z.B. für Green-IT-Verantwortliche des Bundes Workshops zu "Ressourcen- und Energieeffizienz in Rechenzentren" durchgeführt oder Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Energieverbrauchs von IT-Betrieben erarbeitet und zur Verfügung gestellt hat.

Der Rückblick auf die positiven Ergebnisse der Jahre 2009 bis 2017 und die Vorausschau auf die Herausforderungen der IT-Konsolidierung Bund haben den IT-Rat dazu bewogen, die Initiative am 06. Juli 2017 bis zum Jahr 2022 zu verlängern (Beschluss Nr. 2017/14).

Das Ziel des Projektes IT-Konsolidierung Bund ist u.a., dezentrale IT-Infrastrukturen der Bundesverwaltung in wenigen Rechenzentren zusammenzufassen. Geschehen wird dies u. a. durch den Übergang des IT-Betriebs der Ressorts und Behörden der unmittelbaren Bundesverwaltung auf die IT-Dienstleister des IT-Leistungsverbundes. Zu ihnen zählen das ITZBund und die BWI GmbH, sowie drei weitere IT-Dienstleister (die Auslands-IT des Auswärtigen Amt, die IT der Bundesagentur für Arbeit und die IT der Deutschen Rentenversicherung).

Abgesehen von den strukturbezogenen Inhalten zeigt dieser Beschluss den Willen der Bundesregierung, die Auswirkungen der IT-Konsolidierung Bund auf den Stromverbrauch der Bundes-IT zu dokumentieren und Green-IT als Daueraufgabe auf Bundesebene zu etablieren.

Sicherstellung einer nachhaltigen IT-Beschaffung

In Zusammenarbeit mit Gremien des Projekts IT-Konsolidierung Bund konnten inzwischen verschiedene Grundsteine für eine nachhaltige IT-Beschaffung gelegt werden. So konnten richtungsweisende Vorgaben in der Architekturrichtlinie für die IT des Bundes, in der Soll-Konzeption der IT-Beschaffungsbündelung und in der IT-BeschIaffungsstrategie verankert werden, die IT-Beschaffende dabei unterstützen sollen, nachhaltige und ressourcenschonende Produkte bei der Beschaffung zu identifizieren. Verbunden mit einer Orientierung an der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen (AVV-EnEff) und der aktuellen Vergabeverordnung werden Beschaffenden darüber hinaus Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, um nachhaltige Aspekte während des Vergabe- und Ausschreibungsprozesses zu berücksichtigen.

Wie bereits beschrieben, führt die IT-Konsolidierung zu weitreichenden Veränderungen und Entwicklungen bei Beschaffung und Betrieb von IT in der unmittelbaren Bundesverwaltung. Eines der drei Kernziele ist die Bündelung der IT-Beschaffung. Diese beinhaltet zum einen eine Konsolidierung der Rahmenverträge des Bundes und zum anderen eine Konzentration der IT-Vergaben des Bundes. Hierzu wurde die sogenannte Zentralstelle für IT-Beschaffung (ZIB) geschaffen. Durch die Schaffung eines Kundenbeirats, in dem alle Ressorts repräsentiert sind, haben diese die Möglichkeit, ihre Kundenbedürfnisse zu formulieren und gegenüber der ZIB Handlungsempfehlungen auszusprechen. Im September 2017 wurde Herr Rudolf Herlitze (IT-Beauftragter des BMU und Leiter der Geschäftsstelle Green-IT) für zwei Jahre zum Vorsitzenden des Kundenbeirats gewählt. Sein Vertreter ist Herr Klaus Werth aus dem BMI.

Controlling durch ein einheitliches Mess- und Berichtswesen

Wesentliche Aufgabe der Green-IT-Initiative bezüglich des Auftrags "Minderung des Stromverbrauchs der Bundes-IT" ist die Konzeption, jährliche Durchführung und stetige Optimierung eines Mess- und Berichtswesens zur Auswertung und Dokumentation des IT-Energieverbrauchs der Bundesverwaltung.

Die Etablierung dieses Mess- und Berichtswesens stellte zu Beginn eine große Herausforderung dar, da die existierenden Mess- und Berichtswesen von Behörde zu Behörde sehr unterschiedlich waren und die Daten auf verschiedenste Weise aufbereitet und zusammengestellt wurden. Aus diesem Grund wurde eine Handreichung zur Durchführung des Mess- und Berichtswesens erarbeitet und am 5. Juni 2009 vom Rat der IT-Beauftragten verabschiedet. Auf dieser gemeinsamen Grundlage ermitteln die Ressorts und deren Behörden ihren jährlichen IT-Energieverbrauch. Durch die Anwendung der Handreichung konnte eine Standardisierung der Messungen (was ist zu messen, wie ist zu messen) an den Arbeitsplätzen und in den Rechenzentren erreicht werden.

Neben der Standardisierung beim Messwesen gab es auch eine Optimierung bei der Messdichte. Inzwischen wird bereits über die Hälfte der Energieverbräuche kontinuierlich (Handreichung Seite 17) gemessen. Zu Beginn der Initiative lag dieser Wert noch bei circa 20%.

Wie bereits beschrieben, bringt die IT-Konsolidierung Bund weitreichende Veränderungen für das Mess- und Berichtswesen der Initiative mit sich. Der IT-Energieverbrauch verschiebt sich von den bisherigen Verbrauchern der Bundesverwaltung, den Ressorts und Behörden, hin zu den zentralen IT-Dienstleistern. Den zentralen IT-Dienstleistern kommt damit eine umfassendere Aufgabe bei der Umsetzung der Green-IT-Ziele zu. Entsprechend lautet der Green-IT-Beschluss des IT-Rats (Nr. 2017/14, Nr. 3):

"Bei der Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz in Rechenzentren werden grundsätzlich die Kriterien des "Blauen Engels" für einen energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb angewendet. Die IT-Dienstleister orientieren sich beim Ausbau ihrer Dienstleistungszentren an diesen Kriterien und berichten jährlich zum Erreichten."

Dieser Beschluss ist der Anlass, das Mess- und Berichtswesen konkreter für eine Anwendung bei den IT-Dienstleistern auszurichten. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen Green-IT-Ansprechpartnern bei den IT-Dienstleistern, Experten des Umweltbundesamtes und der Green-IT-Geschäftsstelle beim BMU.

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