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Montag, 15. Februar 2010

"Basis für das Handeln schaffen"

Seit dem 4. Februar 2010 ist Cornelia Rogall-Grothe beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern. Im Interview mit der Internetredaktion des BMI gibt Frau Staatssekretärin Rogall-Grothe einen Einblick in ihr neues Tätigkeitsfeld.

1. Frau Staatssekretärin, die ersten Tage in Ihrem neuen Amt liegen hinter Ihnen. Was macht die neue Aufgabe für Sie so reizvoll? Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer Tätigkeit als Staatssekretärin?

Für mich macht die Aufgabe reizvoll, dass sie sehr vielfältig ist. Ich bin jetzt ziemlich genau eine Woche im Amt und habe schon festgestellt, wie unterschiedlich die Aufgaben sind. Es sind sieben Abteilungen – eine davon kenne ich, das ist die Abteilung V, die sich mit dem Verfassungs- und Staatsrecht beschäftigt und wo ich bis vor kurzem Abteilungsleiterin war – das ist die IT-Abteilung, es ist die Sportabteilung, es ist die Zentralabteilung, mit großen Herausforderungen im Haushalt, es ist die Dienstrechtsrechtsabteilung, die Organisationsabteilung, die Grundsatzabteilung nicht zu vergessen, mit der Unterabteilung G III, die sich um die Neuen Länder zu kümmern hat. Also: es ist ein sehr breites Spektrum, welches den Reiz ausmacht. Und damit ist natürlich gleichzeitig verbunden, dass es vielfältige Herausforderungen sind. Wichtige Themen sind in allen diesen Bereichen zu bearbeiten, ich kann da bisher nur Stichworte nennen. Es ist selbstverständlich, dass man nach einer Woche noch nicht alles beurteilen kann. Aber wir haben den neuen Personalausweis, den wir bis zum 1. November 2010 einführen müssen, das "De-Mail"-Gesetz, wir haben viel Gesetzgebung vor uns im Bereich des Datenschutzes und im Melderecht. Auch im Bereich des Sports haben wir einige Herausforderungen zu bestehen wie die Bewerbung um Olympia 2018, um jetzt nur einige wenige Stichpunkte zu nennen.

2. Eine weitere Herausforderung ist sicherlich auch der Bereich IT, Sie sind jetzt auch IT-Beauftragte der Bundesregierung. Auf Sie persönlich bezogen, welche Bedeutung hat die Informationstechnologie in Ihrem Alltag und wo sehen Sie Schwerpunkte in Ihrer neuen Funktion?

Wenn ich an meinen privaten Bereich denke, dann ist das vor allem die Möglichkeit, elektronisch Banküberweisungen vorzunehmen oder mittels E-Mail mit Freunden im Ausland zu korrespondieren, sich im Internet kundig zu machen. Aber genau dort denke ich, dass man das richtige Maß halten muss, dass man nicht durch Informationsüberflutung z. B. nicht mehr zum Lesen kommt oder zum persönlichen Kontakt, weil man sich nur noch mit dem Internet beschäftigt.
Ansonsten ergeben sich die Schwerpunkte hier aus dem Koalitionsvertrag. Ich habe eben schon einige Stichpunkte genannt – neuer Personalausweis, "De-Mail"-Gesetz, Netzpolitik… Das sind einige Bereiche, um die ich mich jetzt kümmern werde. Wir haben die CeBIT vor uns, da werde ich viele Gespräche führen. Und ich bin jetzt noch in der Phase, in der ich Informationen aufnehme, um dann eine Basis für das Handeln zu schaffen.

3. Zum Abschluss eine Frage, die wir auch Ihrem Vorgänger gestellt haben: "Frauen in Führungspositionen", die "Vereinbarkeit von Familie und Karriere", das sind Schlagworte zu einem wichtigen Thema, das immer wieder diskutiert wird, oft auch kontrovers an der einen oder anderen Stelle. Wie ist denn Ihre persönliche Erfahrung des Ausbalancierens von Arbeit, Familie und Freizeit?

Natürlich muss man versuchen, das unter einen Hut zu bringen. Das ist auch nicht immer ganz einfach. Aber auf der anderen Seite glaube ich auch, dass man es schaffen kann. Und gerade heute haben wir verschiedene Möglichkeiten relativ flexibler Arbeitszeiten, was es früher so noch nicht gab. Trotzdem ist es ist eine Herausforderung. Es ist vor allem eine organisatorische Herausforderung, das zu bewältigen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist. Ich habe auch, wenn ich das so sagen darf, Karriere nie geplant. Ich habe die Dinge sich entwickeln lassen und mich den Herausforderungen, wenn sie dann kamen, gestellt. Mir ist es immer gelungen, diese Dinge in Einklang zu bringen. Natürlich bleibt privat einiges auf der Strecke, aber das hält sich im Rahmen.

(Die Fragen stellte Sebastian Lindner vom Bundesministerium des Innern)
Interview vom 15.02.2010

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