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12.02.2014

Sachsen-Anhalt

Aufbau eines föderalen Informationsmanagements

Das „Föderale Informationsmanagement (FIM)“ hat das Ziel, auf fachlich-redaktioneller und organisatorischer Ebene eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, die Informationen zu Verwaltungsverfahren (Leistungsbeschreibungen, Formular- und Prozessinformationen) umfasst. In Kooperation mit den Vorhaben LeiKa und Nationale Prozessbibliothek entsteht innerhalb der öffentlichen Verwaltung eine gemeinsame Infrastruktur, um den redaktionellen Aufwand in der Beschreibung von Informationen zu Verwaltungsverfahren bei höherer Qualität zu senken.

Aus einem Baukasten mit standardisierten Einzelelementen (u.a. Formularfelder/-feldgruppen, Prozessaktivitäten) sollen in Umsetzung eines ebenenübergreifenden Redaktionsmodells validierte Stamminformationen durch den Bund erstellt werden. Auf Basis dieser Stamminformationen können nachfolgend landesrechtliche Spezifika ergänzt oder ersetzt werden und der Vollzugsebene zur Erstellung eines konkreten Formulars, einer lokalen Prozessbeschreibung und der vollständigen Leistungsbeschreibung bereitgestellt werden. Mit der Umsetzung des FIM-Standardisierungskonzepts wird eine wichtige Voraussetzung für die effiziente und effektive Erstellung und den Betrieb von E-Government-Anwendungen aller föderalen Ebenen geschaffen.

Nach dem Aufbau der Projektorganisation und einer Ist-Analyse hat das Projekt ein umfassendes Soll-Konzept mit Darstellung des Ziels, der Entwicklungsschritte dorthin und grundsätzlichen Aussagen zur Machbarkeit erarbeitet. Im Jahr 2014 widmet sich das Projekt den Aufgaben der fachlichen Standardisierung, der technischen Realisierung, der Umsetzung des Redaktionskonzepts sowie der Vorbereitung der Weiterführung des FIM im Rahmen eines gemeinsamen integrierten Wirkbetriebs mit den Vorhaben NPB und LeiKa ab 2016. Mit der Waffenverwaltung bzw. dem Nationalen Waffenregister ist eine Kooperation zur Erprobung des FIM-Standardisierungskonzepts ab Herbst 2013 vorbereitet. 

Leistungskatalog der öffentlichen Verwaltung (LeiKa)

Der Leistungskatalog (LeiKa) ist eine Anwendung des IT-Planungsrates. Seine Aufgabe ist die Systematisierung und Beschreibung von Verwaltungsleistungen. LeiKa stellt hierzu einheitliche Standards für Aufbau und Beschreibung von Verwaltungsleistungen bereit.

Jede im LeiKa erfasste Verwaltungsleistung erhält einen eindeutigen Schlüssel. Dieser ermöglicht es, vergleichbare Leistungsinformation in Informationsangeboten der öffentlichen Verwaltung zu finden und zu verknüpfen.

Derzeit umfasst der Katalog ca. 4.800 Einträge zu Verwaltungsleistungen, welche bundeseinheitliche Angaben zu Rechtsgrundlagen, Regelungskompetenz, entsprechender KGSt Produktnummer und synonymen Bezeichnungen enthalten.

Ziel ist es, zu den erfassten Leistungen weitergehende bundesweit einheitliche Informationen wie beispielsweise Gebühren und erforderliche Unterlagen zu sammeln, einer fachlichen Prüfung durch die zuständige Bundesbehörde zu unterziehen und in Form eines Stammtext-Managements zur Verfügung zu stellen.

Diese freigegebenen Informationen folgen den festgelegten Standards für Aufbau und Beschreibung von Verwaltungsleistungen und können von allen Verwaltungsbereichen für alle Informations- und Kommunikationskanäle genutzt werden. Zum 01.11.2013 sind bereits 189 solcher Stammtexte im LeiKa vorhanden.

Dieses Angebot wird von Landesserviceportalen, der Anwendung 115, der Nationalen Prozessbibliothek und der KGSt verwendet.

Die Steuerung des LeiKa obliegt der Geschäfts- und Koordinierungsstelle LeiKa. Die pflegt den LeiKa und entwickelt das Redaktionssystem fort. Die Beteiligung der Nutzer wird über die Fachgruppe LeiKa-plus sichergestellt. Sie entscheidet über die Arbeits- und Ressourcenplanung der Anwendung. 

Behördenfinder Deutschland (BFD)

Der Behördenfinder Deutschland ist eine Anwendung. Er ist ein ebenenübergreifender, flächendeckender Vermittlungsdienst, der Anfragen nach Verwaltungsleistungen in und zwischen lokalen Behördenfindern vermittelt.

Der länderübergreifende entwickelte Dienst leitet an ihn gerichtete Suchanfragen an den zuständigen lokalen Behördenfinder weiter.

Der BFD moderiert die Kommunikation zwischen den angebundenen lokalen Behördenfindern in Form der Vermittlung oder des standardisierten Datenaustausches auf Basis einer XZUFI-Kommunikation.

Durch einfache Handhabung und schnelle, treffende Ergebnisse wird der Kontakt zum richtigen Ansprechpartner in der Verwaltung erheblich erleichtert. Behördengänge können so teils vermieden werden oder durch gezielte Information (beizubringende Unterlagen, Fristen, etc.) optimal vorbereitet.

Die Internetseite des Behördenfinders enthält selbst lediglich eine Orts- und Postleitzahlendatenbank zur Ermittlung des zuständigen lokalen Behördenfinders.

Im Rahmen des nationalen E-Governments arbeitet der BFD mit allen Landesbehördenfindern, einigen kommunalen Behördenfindern sowie den IT-Planungsrat-Anwendungen LeiKa und 115 zusammen. Der Behördenfinder Deutschland ist vermittelnd tätig und wickelt selbst keine Verfahren ab.

Der technische Betrieb wird von Baden-Württemberg gewährleistet, die zuständige Geschäfts- und Koordinierungsstelle Behördenfinder (GK BFD) ist beim Land Sachsen-Anhalt angesiedelt und leistet den logischen Betrieb. Die Beteiligung der Nutzer wird über die Fachgruppe Behördenfinder sichergestellt. Sie entscheidet über die Arbeits- und Ressourcenplanung der Anwendung.

Lokale Behördenfinder werden auch als Zuständigkeitsfinder oder Serviceportale bezeichnet. Die Bezeichnungen variieren. Beispiele für die Landesebene sind: Amt24Sachsen, ServiceBW, ZuFiSH, BUS Niedersachsen, Bayerischer Behördenwegweiser.