EfA-Dienst GeoDatenZentrum (GDZ)
Das Metainformationssystem und der zugehörige Catalog Service geben Auskunft über die am Bundesamt für Kartographie und Geodäsie verfügbaren Geobasisdaten (u. a. topografische Daten der deutschen Landesvermessung).
Über Web Map Services (WMS) werden unter anderem alle amtlichen topografischen Kartenwerke und digitalen topografischen Landschaftsmodelle Deutschlands in bildhafter Form zur Verfügung gestellt:
- Digitale topografische Karten der Maßstäbe 1:25.000, 1:50.000, 1:100.000, 1:200.000, 1:500.000 und 1:1.000.000
- Digitale Landschaftsmodelle der Maßstäbe 1:25.000, 1:250.000 und 1:1.000.000
- Digitale Geländemodelle
Verwaltungsgrenzen, Postleitzahlgebiete und georeferenzierte postalische Adressen Web Feature Services (WFS) werden schrittweise eingeführt, um objektstrukturierte Geobasisdaten des Amtlichen Topografisch-Kartografischen Informationssystems (ATKIS) bereit zu stellen. Ein erster Dienst steht für den Datenbestand Geografische Namen Deutschlands (GN-DE) zur Nutzung bereit.
Darüber hinaus werden ein Dienst für Online-Koordinatentransformationen, ein Adressierungsdienst (Georeferenzierung postalische Adressen) und ein Dienst für ein Historisches Ortsnamenverzeichnis (für alle ehemals zu Deutschland gehörigen Gebiete) angeboten.
In Zukunft sollen Web Feature Services (WFS) für alle objektstrukturierten Geodaten des Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem (ATKIS) sowie ein Web Terrain Service für die Erzeugung dreidimensionaler Geländeansichten auf der Basis topografischer Karten hinzukommen.
Die Dienste werden grundsätzlich an Weiterentwicklungen der internationalen Standards angepasst, wobei auf Abwärtskompatibilität geachtet wird.
Geschäftsvorfälle
Die Nutzung der Dienste des GeoDatenZentrums kann über Web-Browser zur Visualisierung und einfachen Recherche erfolgen. Die Dienste können ebenso online in lokale Geoanwendungen für gemeinsame Auswertungen mit Fachdaten eingebunden werden. Darüber hinaus werden Geobasisdaten zum Download angeboten, um sie anschließend offline in eigenen Anwendungen einzusetzen. Verarbeitende Dienste schließlich, wie beispielsweise die Koordinatentransformation oder die Adressierung, empfangen Informationen des Anwenders, verarbeiten diese und senden das Bearbeitungsergebnis an den Nutzer zur Integration in dessen Verfahrensabläufe zurück.
Suche in Metainformationen deutscher Geodaten
Das Metainformationssystem dient als grafische Web-Anwendung der Information über die Verfügbarkeit und Qualität der amtlichen Geobasisdaten Deutschlands. Der zugehörige Catalog Service stellt eine programmtechnische Schnittstelle zur Recherche der Daten dieses Systems dar. Er kann zum Austausch von Metadaten und für die automatische Recherche, z. B. durch Broker-Systeme wie dem Geodatenkatalog des GeoPortal.Bund eingesetzt werden.
Online-Einbindung topografischer Karten in E-Government-Anwendungen
Die als Web Map Services (WMS) bereit gestellten topografischen Karten, Verwaltungsgrenzen, Postleitzahlgebiete, Geländemodelle u. a. m. bieten direkte bildhafte Informationen, die sehr einfach zur Lagedarstellung, zur Hinterlegung hinter Geofachdaten oder zur visuellen Auswertung herangezogen werden können. Die Einbindung der entsprechenden Dienste kann in den Web-Auftritt des Nutzers oder in lokale Anwendungen erfolgen – ohne die Geobasisdaten selbst lokal verwalten zu müssen.
Analyse und Integration raumbezogener Daten
Web Feature Services (WFS) wie beispielsweise der Dienst Geografische Namen Deutschlands (GN-DE) gestatten den direkten Zugriff auf objektstrukturierte Daten mit deren Lagegeometrie und Attributen. Damit werden elektronische Auswertungen wie etwa Verschneidungen von Geofachdaten mit Geobasisdaten zur Ermittlung räumlicher und thematischer Zusammenhänge möglich. Die Visualisierung dieser Daten ist im Gegensatz zu den WMS auf Client-Seite vorzunehmen.
Recherche nach historischen Ortschaften
Der Dienst Historische Ortsnamen gibt Auskunft über die Historie von Bezeichnungen und Staatszugehörigkeiten aller ehemals zu Deutschland gehörenden Ortschaften seit 1900. Neben dem in eigene Anwendungen einbindbaren Dienst, der insbesondere für die Bearbeitung von Staatsbürgerschaftsangelegenheiten durch das BVA entwickelt wurde, steht eine Web-Anwendung zur Verfügung.
Transformation zwischen Koordinatenreferenzsystemen
Die Online-Koordinatentransformation erlaubt Fachanwendern die Umrechnung von einzelnen Koordinaten oder ganzen Koordinatendateien zwischen den in Deutschland üblichen Koordinatenreferenzsystemen. Dies ist ein oft wichtiger Aspekt bei der Verarbeitung von objektstrukturierten Geodaten verschiedener Herkunft.
Offline-Einbindung von Geodaten in E-Government-Anwendungen
Über den direkten Download von Daten können Bundeseinrichtungen schließlich auch jederzeit Daten abrufen, die lokal und offline in Anwendungen eingesetzt werden.
Adressierungsdienst
Der Adressierungsdienst ermöglicht die Zuordnung von Lagekoordinaten zu postalischen Adressen (Georeferenzierung). Es wird eine deutschlandweite Suche von Adressinformationen und die Ermittlung ihrer räumlichen Lage auf Ort-, PLZ-, Straßen- und Hausniveau angeboten. Der Dienst ist insbesondere für Fachanwendungen geeignet, bei denen als einzige Positionsangabe eine Adresse zur Verfügung steht.
Schnittstellen
Die Dienste der Typen CS, WMS und WFS basieren auf internationalen HTTP-Schnittstellen, die durch das Open Geospatial Consortium (OGC) und durch die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) definiert sind (für Spezifikationen der OGC-Schnittstellen siehe http://www.opengeospatial.org/specs/). Für die Koordinatentransformation wurde zunächst eine eigene Schnittstellenspezifikation eingesetzt, da noch keine internationalen Normungsergebnisse vorlagen. Eine eigene Schnittstellenspezifikation wurde auch für den Dienst Historische Ortsnamen geschaffen, um besondere Funktionalitäten anzubieten (für die Spezifikationen der beiden Schnittstellen siehe http://www.geodatenzentrum.de/).
Betrieb des GeoDatenZentrums
Der EfA-Dienst wird zentral zur Verfügung gestellt. Für die einzelnen Fachanwender entfallen je nach Einsatz der Dienste lokale Datenhaltungen, eigene Visualisierungsdienste oder eigene Verarbeitungsdienste.
Das GeoDatenZentrum des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie unterhält für die Sicherstellung der Dienste eine skalierbare und auf Redundanzen (fail over) ausgerichtete, leistungsfähige Rechnerarchitektur.
Die lokale Nutzung der zentralen Dienste setzt eine leistungsfähige Netzwerkanbindung (zumindest DSL1000-Niveau) voraus. Wird ein lokales Geoinformationssystem eingesetzt, muss dieses die zuvor angeführten internationalen Schnittstellen unterstützen.
Bei einfachen Web-Nutzungen ist lediglich ein Standard-Web-Browser erforderlich. Für leistungsfähige Kartendarstellungen muss der Web-Browser Java-fähig sein.
- erstellt
- 28.10.2008
- bearbeitet
- 09.12.2008

