Das Projekt Bürgerportale – Auf dem Weg zu einer zuverlässigen und sicheren Online-Kommunikation

E-Mails sind heute zum Massenkommunikationsmittel geworden, das privat ebenso selbstverständlich genutzt wird wie in der Kommunikation mit Behörden und Geschäftspartnern. E-Mail eignet sich jedoch nicht, sobald die Nachricht vertraulich ist oder es auf ihre sichere und nachweisbare Zustellung sowie Unveränderbarkeit ankommt. Unter dem Namen „De-Mail“ sollen Nachrichten und Dokumente daher ab 2010 zuverlässig und vor Veränderungen geschützt in einem sicheren Kommunikationsraum zwischen registrierten Nutzern versendet werden können.
Was bietet Ihnen De-Mail?
Was ist DeMail?
De-Mail-Anbieter müssen in einem staatlichen Zertifizierungsverfahren nachweisen, dass sie hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllen. Das Konzept wird ergänzt durch eine sichere Dokumentenablage und einen benutzerfreundlichen Identitätsnachweis. De-Mail und die zugehörigen Dienste erfüllen die hohen Anforderungen an die Kommunikation zwischen Behörden und Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft. Sie ermöglichen im E-Government wie im E-Business, den „Kunden“ sicher und authentisch elektronisch zu erreichen, denn es ist immer nachvollziehbar, wer hinter einer De-Mail-Adresse steht. Das macht die Kommunikation zuverlässiger und hilft gleichzeitig, Spam zu vermeiden.
Was macht De-Mail sicher?
Die Umsetzung und Einhaltung der geforderten strengen Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen wird vor Zulassung des Anbieters und danach in regelmäßigen Abständen durch unabhängige Dritte überprüft. Die Sicherheitsanforderungen werden ständig der aktuellen Entwicklung angepasst.
Abgesicherte Anmeldeverfahren und Verbindungen zum Anbieter (wie bspw. das aus dem Online-Banking bekannte SSL-Verfahren) sowie verschlüsselte und abgeschlossene Transportwege sorgen für einen sicheren De-Mail-Versand und Empfang. Alle Daten und Nachrichten, die der Nutzer zur Übertragung oder Speicherung an einen De-Dienst übergibt, werden unmittelbar vom De-Mail-Anbieter verschlüsselt und mit einer Art „Umschlag“ in Form einer Prüfsumme versehen, der Veränderungen verhindert.
Um den Versand und die Zustellung einer De-Mail nachweisen zu können, können Nutzer entsprechende Bestätigungen anfordern, die qualifiziert elektronisch signiert sind und somit eine hohe Beweiskraft haben.
Was ist der De-Safe?
Mit De-Mail können in Zukunft wichtige Nachrichten und Dokumente auch elektronisch sicher empfangen und versendet werden. Diese müssen dann natürlich auch veränderungssicher und dauerhaft gespeichert werden können. Daher sieht das Projekt auch einen Dokumentensafe vor, der Unterlagen verschlüsselt und vor Veränderungen geschützt für Sie bereithält. Sicheres Speichern auf dem heimischen PC ist dagegen schwer umzusetzen, denn auch USB-Sticks, CD-ROMs etc. sind nicht langfristig vor Datenverlust sicher.
Was ist De-Ident?
Im Rahmen des Projektes Bürgerportale soll es auch eine einfache Möglichkeit zum Nachweis von Identitätsmerkmalen geben. Auf Anforderung des Nutzers hin erstellt der Anbieter dabei einen so genannten Ident-Nachweis. Damit sollen Bürger sich beispielsweise bei Online-Shops registrieren oder nachweisen können, dass Sie älter als 18 Jahre alt sind. Dieser Nachweis beinhaltet nur vom Nutzer ausgewählte und freigegebene Identitätsdaten und wird per De-Mail an eine andere De-Mail-Adresse gesendet. Die Inhalte werden qualifiziert elektronisch signiert, um die Korrektheit der übermittelten Daten zu bestätigen.
Teil der High-Tech-Strategie
Das Projekt Bürgerportale ist Teil der High-Tech-Strategie, des E-Government-Programms 2.0 sowie des auf der Kabinettklausur in Meseberg verabschiedeten „12-Punkte-Plans für ein bürgerfreundliches Deutschland“ der Bundesregierung. Es wird federführend vom Bundesministerium des Innern in Zusammenarbeit mit einer Reihe öffentlicher Institutionen sowie privater Organisationen und Unternehmen durchgeführt. Für 2009 ist ein erstes Pilotprojekt in Friedrichshafen geplant.

