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Green IT-Initiative des Bundes

1. Einsparziel der Bundesverwaltung

Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie-Branche, deren Produkte mittlerweile fast alle Aspekte der täglichen Arbeit und des Lebens prägen, bedeutet nicht nur Erleichterungen im Beruf und im Alltag. Sie könnte auch zu einem stetig wachsenden Energiebedarf führen – sowohl in der Industrie und Wirtschaft, wie beim privaten Endverbraucher, als auch in der Bundesverwaltung. Dem ressourcenschonenden und energieeffizienten Einsatz von Informationstechnik ist damit eine wichtige Rolle in der IT-Steuerung und IT-Planung beizumessen.
Vor diesem Hintergrund hat der Rat der IT-Beauftragten der Ressorts am 13. November 2008 in einer Sondersitzung die Grundlagen für die Green-IT-Initiative des Bundes gelegt. In zwei verbindlichen Zielen wird der zukünftige Einsatz von Informationstechnik innerhalb der Bundesverwaltung mit den Anforderungen an den Umweltschutz verknüpft:

  • Reduktion des durch den IT-Betrieb verursachten Energieverbrauchs um 40% bezogen auf den Leistungsumfang im Jahr mit dem höchsten Verbrauch vor 2009 bis zum Jahr 2013.
  • Künftig wird bei allen größeren Neuinvestitionen der Energieverbrauch von IT-Lösungen über die geplante Betriebsdauer in die Beschaffungskriterien aufgenommen.

2. Aktionsplan

Beide Zielsetzungen fanden Eingang in den Aktionsplan "Green IT Pionier Deutschland", der beim 3. Nationalen IT-Gipfel am 20. November 2008 von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung als Bestandteil der Darmstädter Erklärung verabschiedet wurde. Übergeordnetes Ziel des Aktionsplans ist es, die Dynamik der Umwelttechnikentwicklung und -nachfrage für den IKT-Wirtschaftsstandort Deutschland zu nutzen und "grüne Wertschöpfung" am Standort Deutschland zu stärken. Auf dem 4. IT-Gipfel Ende 2009 in Stuttgart wurde der Fortschrittsbericht zum Aktionsplan veröffentlicht.

3. Struktur der Projektarbeit

Der Rat der IT-Beauftragten richtete zur Umsetzungsunterstützung die Projektgruppe Green-IT ein, in der alle Bundesministerien vertreten sind. Das Bundesministerium des Innern nimmt den Vorsitz wahr. Zu den Kernaufgaben gehören die Koordinierung von Maßnahmen zur Umsetzung von Green-IT und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Mess- und Berichtswesens. Hinzu kommt die Erstellung von Leitfäden zur Identifizierung von Einsparpotentialen und Handlungsempfehlungen.

4. Mess- und Berichtswesen

Eine große Herausforderung stellte die Etablierung eines einheitlichen Mess- und Berichtswesens für die gesamte Bundesverwaltung dar. Hierfür wurde vom Rat der IT-Beauftragten am 5. Juni 2009 ein Berechnungsverfahren verabschiedet, das es ermöglicht, den Energieverbrauch der gesamten IT zu erfassen – sowohl im Rechenzentrum als auch am Arbeitsplatz. Auf dieser Grundlage ermitteln die Bundesbehörden den Energieverbrauch ihrer IT. Im Jahr 2009 – dem ersten Jahr der Green-IT-Initiative des Bundes – betrug der IT-Stromverbrauch in der Bundesverwaltung etwa 570 Mio. Kilowattstunden (kWh), was einer Einsparung von 14,2 Prozent gegenüber den Vorjahren entspricht. Mehr Informationen zum Berechnungsverfahren finden Sie im Menüpunkt "Grundlagen".
Von der Projektgruppe Green-IT wurde ein Leitfaden Green-IT erarbeitet und innerhalb der Bundesverwaltung Ende 2009 veröffentlicht. In diesem werden zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung des IT-Stromverbrauchs dargestellt, analysiert und bewertet. Daneben wird eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen beschrieben, die zwar nicht direkt den IT-Energieverbrauch senken, aber die Umsetzung von Green-IT in Organisationen begünstigen. Die Bewertung der Maßnahmen anhand der Dimensionen "Nutzen" und "Umsetzbarkeit" ergibt Richtwerte, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation einer Organisation variieren können. Weitere Informationen zu energiesparenden IT-Maßnahmen finden Sie im Menüpunkt "Umsetzung".

5. IT-Investitionsprogramm

Anfang 2009 hat das IT-Investitionsprogramm – zusätzlich zu den in den Bundesbehörden bereits begonnenen Maßnahmen – der Green-IT-Initiative einen starken Impuls verliehen. Insgesamt wurden und werden rund 87 verschiedene Green-IT-Maßnahmen in der Bundesverwaltung mit einem Gesamtvolumen von 84 Mio. € gefördert. Ein wichtiges Projekt ist der Aufbau des Kompetenz- und Musterrechenzentrums Green-IT in der Bundestelle für Informationstechnik (BIT) im Bundesverwaltungsamt (BVA). Weitere Informationen zu verschiedenen Green-IT-Projekten in der Bundesverwaltung finden Sie im Bereich "Projekte".

6. Beschaffung energieeffizienter IT

Ein wesentlicher Baustein zur Erreichung des Einsparziels ist die Beschaffung von energieeffizienten IT-Produkten. Entsprechend der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen" vom Januar 2008 ist der Energieverbrauch bei zu beschaffenden IT-Produkten als Entscheidungskriterium zu berücksichtigen. Die Vorschrift regelt die Rahmenbedingungen von der Bedarfsanalyse energieeffizienter Systemlösungen, über die Berücksichtigung des Energieverbrauchs bei der Leistungsbeschreibung, bis zur umwelt- und energieeffizienzbezogenen Ausführung des Auftrags. Den Link zur "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift" finden Sie auf der rechten Seite. Mehr zum Thema Beschaffung finden Sie im Bereich "Angebote und Förderungen".

7. Sensibilisierung

Die Sensibilisierung der Mitarbeiter und der gemeinsame Erfahrungsaustausch ist ein weiteres wichtiges Element auf dem Weg zu einer "grünen" IT-Landschaft im Bund. Dieser Prämisse folgend fand am 13. April 2010 der erste Green-IT-Tag im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Berlin statt. Insgesamt 160 Vertreterinnen und Vertreter aus der Bundes- und den Landesverwaltungen sowie der Green-IT-Allianz nutzten den Green-IT-Tag für einen intensiven Gedankenaustausch. Mehr Informationen zum Green-IT-Tag finden Sie im Bereich "Green-IT-Tag".

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