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Häufig gestellte Fragen zum V-Modell XT

Was ist ein Vorgehensmodell?

Ein Vorgehensmodell ist eine Arbeitsanleitung, die beschreibt, wie und in welcher Reihenfolge Arbeiten bei der Organisation und Durchführung eines Projekts durchzuführen sind.

Was ist das V-Modell XT?

Das V-Modell ist ein Leitfaden zum Planen und Durchführen von Entwicklungsprojekten unter Berücksichtigung des gesamten Systemlebenszyklus. Dabei definiert das V-Modell die in einem Projekt zu erstellenden Ergebnisse und beschreibt die konkreten Vorgehensweisen, mittels derer diese Ergebnisse erarbeitet werden. Darüber hinaus legt das V-Modell die Verantwortlichkeiten der einzelnen Projektbeteiligten fest. Es regelt also wer, wann, was in einem Projekt zu tun hat.

Wofür steht das "V" in "V-Modell XT"?

"V" steht nicht für "Vorgehen", sondern visualisiert die Idee, Spezifikation und Zerlegung der Realisierung und Integration gegenüberzustellen. Vorgeschlagen wurde dieses Vorgehen zuerst von Barry Boehm Ende der 70er Jahre. Mittlerweile unterstützt das V-Modell XT aber nicht nur dieses Vorgehen, sondern auch viele andere Ansätze (z. B. Agile Systementwicklung)

Was bedeutet "XT" in V-Modell XT?

Der Namenszusatz XT steht für eXtreme Tailoring. Dies soll die hohe Anpassungsfähigkeit des V-Modells an die unterschiedlichsten Anforderungsprofile der verschiedenen Projekte und Organisationen verdeutlichen.

Was sind die wichtigsten Neuerungen vom V-Modell 97 zum V-Modell XT?

Da das V-Modell 97 seit 1997 nicht mehr weiterentwickelt wurde, spiegelt es nicht mehr den aktuellen Stand der Informationstechnologie wider. Das V-Modell XT wurde daher im Rahmen der Weiterentwicklung unter Berücksichtigung des neuesten Stands der Technologie und der Anpassung an aktuelle Vorschriften und Normen inhaltlich erweitert. Ferner wurden die Qualitätseigenschaften des V-Modell XT verbessert, insbesondere hinsichtlich der Anpassbarkeit (Tailoring) an konkrete Projekte, der Anwendbarkeit im Projekt, der Skalierbarkeit auf unterschiedliche Projektgrößen sowie der Änder- und Erweiterbarkeit des V-Modells selbst. Des Weiteren basiert das V-Modell XT auf einem formal definierten Metamodell. Dadurch ist es möglich, leistungsfähige Tools wie den V-Modell XT Projektassistenten unabhängig vom eigentlichen Modellinhalt zu entwickeln.

Zusätzlich definiert das V-Modell XT nicht nur ein standardisiertes Vorgehen für den Auftragnehmer eines IT-Projektes, sondern auch für den Auftraggeber. Durch eine aufeinander abgestimmte Auftraggeber-/Auftragnehmer-Schnittstelle werden so Reibungsverluste und unklare Aufgabenverteilung vermieden.

Wer kann/muss das V-Modell einsetzen?

Das V-Modell ist generell für alle Unternehmen, insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet. Bei den zivilen und militärischen Vorhaben des Bundes ist dieser Entwicklungsstandard durch die Koordinierungs- und Beratungsstelle für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) empfohlen worden. Damit ist das V-Modell XT für alle Ressorts der Bundesbehörden anzuwenden, auch ohne einen weiteren Erlass. Es besteht allerdings die Möglichkeit, davon abzuweichen, jedoch nur mit Begründung.

Ist das V-Modell XT auch für kleine Projekte geeignet?

Je kleiner das Projekt, desto stärker scheint der Aufwand für die Anwendung des V-Modells in den Vordergrund zu treten.
Die konsequente Anwendung des V-Modells ist aber gerade und besonders für kleine und mittlere Projekte zu empfehlen, da diese zahlenmäßig am häufigsten sind und ihre standardisierte Abwicklung besondere Effizienzvorteile für eine Organisation erbringt. Nicht standardisierte Durchführung von kleineren Projekten behindert häufig die Neu- oder Weiterentwicklung von großen Anwendungen, mit denen sie Schnittstellen haben. Die Flexibilität des V-Modells erlaubt eine problemlose Skalierung auf Projektgrößen jeder Art. Das V-Modell eignet sich daher hervorragend für kleine Projekte.

Welchen Nutzen bringt der Einsatz des V-Modells?

Das V-Modell regelt detailliert, Wer Wann Was in einem Projekt zu tun hat. Es liefert konkrete Hilfestellungen bei der Entwicklung und enthält Anleitungen und Empfehlungen, wie Arbeiten durchzuführen sind. Diese Vorgaben ermöglichen auch bei komplexen und umfangreichen Projekten eine systematische Durchführung. Dadurch werden Projekte besser plan- und nachvollziehbar und resultieren zuverlässiger in Ergebnissen von hoher Qualität.

Führt die V-Modell-Anwendung auch zu einer Aufwandsreduzierung?

Mit der Anwendung des V-Modell XT wird in einigen Bereichen der Aufwand reduziert. So ist es mit dem V-Modell XT möglich, Dokumentvorlagen automatisch zu generieren.

Welche Ziele verfolgt das V-Modell? Wie erreicht das V-Modell die angestrebten Ziele?

1. Minimierung der Projektrisiken

Durch die Vorgabe standardisierter Vorgehensweisen sowie die Beschreibung der zugehörigen Ergebnisse und der verantwortlichen Rollen erhöht das V-Modell die Projekttransparenz und verbessert die Planbarkeit von Projekten. Planungsabweichungen und Risiken werden bereits frühzeitig erkannt. Prozesse lassen sich besser steuern und damit wird das Projektrisiko eingedämmt.

2. Verbesserung und Gewährleistung der Qualität

Ein standardisiertes Vorgehensmodell stellt sicher, dass die zu liefernden Ergebnisse vollständig und von gewünschter Qualität sind. Definierte Zwischenergebnisse können frühzeitig geprüft werden. Einheitliche Produktinhalte machen die Ergebnisse besser lesbar, verständlicher und leichter zu überprüfen.

3. Eindämmung der Gesamtkosten über den ganzen Projekt- und Systemlebenszyklus

Durch die Anwendung des standardisierten Vorgehensmodells lässt sich der Aufwand für die Entwicklung, die Herstellung, den Betrieb und die Pflege und Wartung eines Systems auf transparente Weise kalkulieren, abschätzen und steuern. Die erzeugten Ergebnisse sind einheitlich und leichter nachvollziehbar. Dies verringert die Abhängigkeit des Auftraggebers vom Auftragnehmer und führt zu vermindertem Aufwand in anschließenden Aktivitäten und Projekten.

4. Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten

Die standardisierte und einheitliche Beschreibung aller relevanten Bestandteile und Begrifflichkeiten ist die Basis des wechselseitigen Verständnisses aller Projektbeteiligten. So werden Reibungsverluste zwischen Nutzer, Auftraggeber, Auftragnehmer und Entwickler reduziert.

Für welche Zielgruppe wurde das V-Modell entwickelt?

Das V-Modell wendet sich an alle Beteiligten von Entwicklungsprojekten, sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite. Als Vorgehensmodell zur Führung von Projekten richtet es sich dabei besonders an alle Projektleiter und Führungskräfte, die Vorhaben beaufsichtigen, durchführen und begleiten. Für die Projektmitarbeiter bietet das V-Modell vielfältige Unterstützung für ein erfolgreiches Mitwirken und Mitgestalten in den Projekten. Das V-Modell unterstützt die Abwicklung von Projekten in Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen sowie militärischen Bereichs, wie auch bei den Behörden und Dienststellen des Bundes und der Bundeswehr.

Wo liegen die Grenzen des V-Modell XT?

Die folgenden Gesichtspunkte werden vom V-Modell nicht abgedeckt. Sie müssen zusätzlich geregelt werden, oder es muss eine Anpassung des V-Modells erfolgen:

  • Die Vergabe von Dienstleistungen wird nicht abgedeckt. Das V-Modell betrachtet nur die Vergabe von Gewerken.
  • Bei Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells wird nicht zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer unterschieden.
  • Die Organisation und Durchführung von Betrieb, Instandhaltung, Instandsetzung und Aussonderung des Systems wird nicht im V-Modell abgedeckt. Dagegen ist die Planung und Konzeption dieser Aufgaben sehr wohl im V-Modell geregelt.

Wo findet man Hilfe zum V-Modell XT Projektassistenten oder V-Modell XT Editor?

Hier findet man Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Werkzeug.

Existieren zudem kommerzielle Produkte, die die Anwendung des V-Modells unterstützen?

Es gibt diverse kommerzielle Produkte, die das V-Modell XT unterstützen. Für weitere Informationen und zur Recherche nutzen Sie bitte eine Suchmaschine.

Wo finde ich Informationen zum V-Modell XT Änderungsmanagement?

Anwender des V-Modell XT können sich aktiv an der Weiterentwicklung und Fehlerbehebung beteiligen. Dazu dient ein Änderungsmanagement-System, welches online verfügbar ist. Das System selbst, sowie Informationen und Erklärungen zum Änderungsprozess und wie Sie mitwirken können sind unter dem Punkt "Änderungsmanagement" untergebracht.

Existiert auch eine englische Version des V-Modell XT?

Mit Veröffentlichung des Release 1.2.1 gibt es die V-Modell XT Dokumentation vollständig in englischer Sprache.

Wie kann man sich zertifizieren lassen?

Informationen zum Zertifizierungsprogramm können sie der Webseite der V-Modell XT Zertifizierungsstelle unter www.weit-verein.de entnehmen.

Wer darf welche Teile des V-Modells verändern?

Das V-Modell XT ist unter der Apache-Lizenz veröffentlicht. Weitere Informationen finden sie hier.

Das V-Modell hat über 600 Seiten. Muss ich die wirklich alle lesen?

Nur die Teile 1 und 2 (insgesamt etwa 70 Seiten) sind nötig, um die Grundkonzepte und Philosophie zu verstehen. Alle anderen Teile sind Nachschlagewerke, die mit dem Projektassistenten projektspezifisch reduziert werden können, wodurch der Umfang von 600 Seiten drastisch reduziert wird.

Wie groß muss denn mein V-Modell-Projekt sein?

Das V-Modell XT ist ein Vorgehensmodell, dessen Anwendbarkeit sich von Großprojekten mit hunderten Mitarbeitern bis zu Kleinstprojekten mit ganz wenigen Beteiligten erstreckt. Die Mindestforderung an kleine Projekte ist dabei eine Mitarbeiterzahl von zwei Personen, um die personelle Trennung von Projektleiter und QS-Verantwortlichem zu wahren und das Vier-Augen-Prinzip einzuhalten. Es existieren darüber hinaus auch nur vier Produkte, die das V-Modell XT für alle Projekte verpflichtend vorschreibt: Projekthandbuch, Projektplan, QS-Handbuch und Produktbibliothek. Je nach Projekttyp kommen noch einige wenige weitere Produkte (wie z. B. Lastenheft und/oder Pflichtenheft) hinzu, die verbindlich erstellt werden müssen. Bei den meisten anderen Produkten macht das V-Modell XT aber keine Vorgaben, ob und in welcher Anzahl sie erstellt werden müssen.

Wie steht das V-Modell zu anderen Standards wie CMMI, RUP, Iso, etc.?

Teil 7 der V-Modell XT Dokumentation beinhaltet eine Konventionsabbildung zu anderen Standards. Diese Abbildung ist jedoch noch nicht vollständig, der RUP wird beispielweise noch nicht abgedeckt.

Was ist das V-Modell-Metamodell?

Das V-Modell XT liegt in einer modellbasierten Form vor und liegt einem Metamodell zugrunde. Technisch gelöst ist dies in Form eines XML-Schemas. Hierdurch ist das V-Modell XT elektronisch auslesbar und erlaubt so die automatische Generierung der Dokumentation (HTML, PDF), Produktvorlagengenerierung und automatische Konsistenzsicherung. Eine ausführliche Dokumentation des V-Modell XT Metamodells finden sie hier.

Das V-Modell bringt viele eigene Begriffe/Konzepte wie Projektdurchführungsstrategie, Vorgehensbaustein oder Entscheidungspunkt mit sich. Wo sind die denn erklärt?

Eine ausführliche Erklärung dieser Begriffe finden sie in Teil 1 der Dokumentation, eine Kurzerklärung finden sie im Glossar, eine Erklärung anhand von Beispielen finden Sie im Teil 3 (Tailoring) der V-Modell XT Dokumentation.

Wie regelt das V-Modell Kompetenzen und Zuständigkeiten?

Für jedes im Projekt erstellte Produkt existiert genau eine verantwortliche Rolle. Damit ist sichergestellt, dass immer klar ist, wer sich um welche Ergebnisse zu kümmern hat.

Was bedeutet "produktzentriert"?

"Produktzentriert" beschreibt die Philosophie, dass nicht entscheidend ist, WIE etwas gemacht wird, sondern WAS dabei herauskommt. Deshalb sind Verantwortlichkeiten, der zeitliche Ablauf und Abhängigkeiten zwischen Arbeitsabläufen über Produkte definiert und nicht über Aktivitäten.

Steht das V-Modell XT im Widerspruch zu eXtreme Programming?

Ein klares Jein! Manche XP-Charakteristika wie iteratives Vorgehen, der Test-First-Ansatz oder die Einbeziehung des Auftraggebers sind explizit auch im V-Modell vorhanden. Bei anderen XP-Forderungen wie z. B. Pair-Programming oder die Einhaltung der 40-Stunden-Woche macht das V-Modell überhaupt keine Aussagen. Wieder andere XP-Praktiken wie das Verzichten auf ein Pflichtenheft oder die Zuweisung von Verantwortlichkeiten an ein Team (statt an eine Einzelperson) untersagt das V-Modell XT ausdrücklich.

Wie installiere ich das V-Modell XT?

Seit Version 1.2.1 wird das V-Modell XT als Komplettpaket mit einem Installer bereitgestellt. Es existieren für jedes Release zwei Varianten des Installers, der Offline-Installer und der Online-Installer. Eine Verknüpfung mit dem Online-Installer finden Sie auf der Startseite des Bereichs V-Modell XT unter von http://www.cio.bund.de rechts unter Links.
Falls Sie die Installation nicht mittels Online-Installer durchführen wollen oder abhängig von ihrer betrieblichen Umgebung nicht können, finden Sie den Offline-Installer auf dem FTP-Server der TU Claustahl. Dieser ist ebenfalls der Startseite des Bereichs V-Modell XT unter Downloads verlinkt ("Releases 0.9 bis ...").
Beide Installer setzen voraus, dass auf Ihrem System eine Java-Ausführungsumgebung (http://java.sun.com) installiert ist. Normalerweise erkennt der Browser die Dateiendung der JAR-Dateien und schlägt vor, das Programm mit Java zu öffnen (z. B. mit "Java(TM) Platform SE binary"). Auf manchen Systemen kann es vorkommen, dass diese Erkennung fehl schlägt. In diesem Fall können Sie die Datei herunterladen und bei installierter Java-Umgebung über die Kommandozeile ausführen mit folgendem Befehl: java -jar V-Modell-XT-{version}-installer.jar.
Für die Ausführung des Online-Installers müssen Sie online sein, haben jedoch die Wahl, lediglich die Inhalte aus dem Internet herunterzuladen, die sie bei der Installation auswählen.

Ist es möglich, das V-Modell XT unter Windows Vista und Windows 7 zu installieren?

Die Installation unter Windows Vista und Windows 7 ist möglich, es sind jedoch einige Punkte zu beachten. Eine Anleitung zur Installation finden Sie in der rechten Spalte im Abschnitt Links.

Ist es möglich, das V-Modell XT unter Mac OS X zu installieren?

Die Installation unter Mac OS X ist möglich, es sind jedoch einige Punkte zu beachten. Eine Anleitung zur Installation finden Sie in der rechten Spalte im Abschnitt Links.

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