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Architekturmanagement in der Bundesverwaltung

Der Rat der IT-Beauftragten der Ressorts erarbeitet ein gemeinsames Architekturmanagement für die Bundesverwaltung.

Das vom Bundeskabinett am 5. Dezember 2007 beschlossene Konzept "IT-Steuerung Bund" hat dem Rat der IT-Beauftragten der Bundesressorts (IT-Rat) u. a. die Aufgabe übertragen, gemeinsame IT-Standards und Architekturen für die Bundesverwaltung zu erarbeiten. Teil dieser Aufgabe ist es, ein aktives Architekturmanagement für die Bundesverwaltung aufzubauen.

Mit dem Aufbau eines solchen aktiven Architekturmanagements schafft die Bundesverwaltung die Voraussetzungen für einen nachhaltig effektiven und wirtschaftlichen Einsatz ihrer Informationstechnik. Die Bundesverwaltung folgt damit dem guten Beispiel zahlreicher öffentlicher Verwaltungen sowie nationalen und internationalen Wirtschaftsunternehmen. Architekturmanagement ist für diese Verwaltungen und Unternehmen der wesentliche Schlüssel zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit unter sich immer rascher wandelnden gesellschaftlich-politischen und fachlich-technischen Rahmenbedingungen.

In einer Arbeitsgruppe der Bundesressorts werden seit September 2008 die Grundzüge eines gemeinsamen Architekturverständnisses erarbeitet. Dazu gehören insbesondere:

  • Planungsinstrumente und Modelle für die Fortentwicklung der zentral gesteuerten Dienste und IT-Lösungen,
  • Prozesse zur Definition, Fortschreibung, Umsetzung und Erfolgskontrolle des Architekturmanagements sowie dessen Einbettung in die Gesamtstruktur der IT-Steuerung Bund.

Diese Instrumente schaffen die Voraussetzungen für eine engere Verzahnung von politischen Zielen mit fachlichen und technischen Lösungsansätzen. Sie bilden damit die Basis für eine zielgerichtete Steuerung der Informationstechnik der Bundesverwaltung.

Folgende Ergebnisse wurden im Bereich des Architekturmanagements bereits erarbeitet:

  • Grundlagenpapier "Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund: Das Grundlagenpapier "Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund" legt die Prinzipien, Ansätze und Begrifflichkeiten fest, nach denen das Architekturmanagement ausgestaltet werden soll. Insbesondere führt das Grundlagenpapier den Begriff des "Dienstes" ein. Dienste bilden die Schnittstelle zwischen der Fachseite und dessen IT-Unterstützung. Damit trägt das Architekturmanagement auch zu einer serviceorientierten Verwaltungsmodernisierung bei. Weiterhin werden wichtige Planungs- und Steuerungsinstrumente etabliert, die ressortübergreifend eingesetzt werden sollen. Das Grundlagenpapier wurde im März 2009 durch den IT Rat verabschiedet.
  • Leitfaden zur Ableitung von Diensten aus Geschäftsprozessen: Der Leitfaden zur Ableitung von Diensten aus Geschäftsprozessen führt das zentrale Konzept des Dienstes ein. Ein Dienst bildet die logische Schnittstelle zwischen der Fachseite und dessen IT-Unterstützung. Das Dienstekonzept trägt damit systematisch zur Verzahnung von Fachseite und IT bei (sog. Business-IT Alignement).
  • Modelle der Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund: Die im Grundlagenpapier "Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund" eingeführten Modelle wurden schrittweise mit Inhalten gefüllt. Das betrifft insbesondere die Ebene des Zielmodells. Hier erlaubt die Verknüpfung von Zielen und strategischen Maßnahmen eine begründete Priorisierung dieser Maßnahmen.

Das Architekturmanagement wird in Forschungsprojekten systematisch durch aktuelle Forschungsergebnisse ergänzt. Ziel dieser Forschungsprojekte ist es, neue Impulse aus der Forschung in die Verwaltungspraxis einzubringen und/oder bestehende Methoden und Verfahren im Hinblick auf aktuelle Forschungsergebnisse zu überprüfen. Bisher wurden folgende Projekte durchgeführt:

  • Soll-Bebauungsplanung für die Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund: In diesem Projekt hat die Technische Universität München verschiedene grafische Darstellungen für die Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund entwickelt. Unter anderem wurden grafische Darstellungen für die derzeitige und zukünftige IT Landschaft der Bundesverwaltung sowie für die notwendige Transformation zwischen diesen beiden Zuständen entwickelt. Das Projekt wurde vom Lehrstuhl Software Engineering for Business Information Systems (sebis, Inhaber: Professor Florian Matthes) der Technischen Universität München durchgeführt.
  • Wissenschaftliche Untersuchung zur Integration der COBIT und ITIL Standards mit der Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund: In dieser wissenschaftlichen Studie wurde untersucht, inwieweit die Standards Control Objectives for Information and Related Technology (COBIT) und IT Infrastructure Library (ITIL) mit der Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund kompatibel sind. Die Studie ergab, dass die Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund und die beiden Standards sich bisher kaum überschneiden, sodass ein gemeinsamer Einsatz möglich ist. Die Studie beschreibt außerdem konkrete Handlungsempfehlungen, um die Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bunde mit den COBIT und ITIL Standards zu verzahnen. Die Studie wurde vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Unternehmensmodellierung (Inhaber Professor Doktor Ulrich Frank) der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

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