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Mittwoch, 16. November 2011

Lebhafte Diskussion zur "Bedeutung des Internets in der Gegenwart"

"Willst Du den Rest Deines Lebens Zuckerwasser verkaufen, oder willst Du mit mir kommen und die Welt verändern?". Mit diesem Spruch lockte Steve Jobs in den achtziger Jahren den damaligen Firmenchef von Pepsi Cola zu Apple. Was damals als Vision galt, ist heute längst Realität: Das Internet wirkt sich auf nahezu alle Bereiche unseres Zusammenlebens aus.

Ralf Lesser von der Projektgruppe Netzpolitik im Bundesministerium des Innern stand deshalb am 28. Oktober 2011 im Rahmen eines von der Konrad-Adenauer-Stiftung angebotenen Seminars fünf Stunden Rede und Antwort zu aktuellen netzpolitischen Fragen.
Welche gesamtgesellschaftliche Bedeutung kommt dem Internet zu? Wie stark durchdringt die Netzwelt den Lebensbereich des Einzelnen? Welche Möglichkeiten und Chancen bieten sich? Welche Gefahren lauern und wie kann man ihnen entgegentreten? Diese und zahlreiche andere Fragen rund um das Internet wurden gemeinsam mit den Seminarteilnehmern diskutiert.
Nach einer kurzen Einführung zu Geschichte und Technik des Internets entwickelte sich rasch ein offen geführter Dialog. Auf die Ergebnisse des (N)ONLINER-Atlas 2011 zum drohenden "digitalen Graben" innerhalb Deutschlands wurde dabei ebenso eingegangen wie auf die medientheorietischen Einsichten des jüngst verstorbenen Friedrich Kittler. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung im Netz, die aktuelle Debatte um soziale Netzwerke wie Facebook, der Wert von Daten im digitalen Zeitalter, die Macht der Suchmaschinen sowie Erinnern und Vergessen im Internet bildeten die datenschutzrechtlichen Schwerpunkte der Veranstaltung.
Im sicherheitspolitischen Teil wurde über Cyber-Attacken mit Hilfe von Botnetzen, aber auch über Phishing und andere Straftaten im Netz gesprochen, die finanziell zu ganz erheblichen Schäden führen. Schon angesichts der aktuellen Diskussion durfte zudem eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Staatstrojaner und der Vorratsdatenspeicherung nicht fehlen.
Vom GuttenPlag Wiki gelangte die Runde sodann über WikiLeaks zum weiten Feld des Open Government. Auch die IT-Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen im IT-Planungsrat, de-Mail und der neue Personalausweis wurden angesprochen. Themenübergreifend rückten immer wieder die netzpolitischen Thesen des Bundesministeriums des Innern und die Frage nach der Rolle des Staates in den Fokus. An verschiedenen Stellen konnte herausgearbeitet werden, dass nicht jede technische Neuerung den Ruf nach neuen Gesetzen rechtfertigt. In vielen Fällen reicht die bestehende Rechtslage aus, in anderen erscheint es mit Blick auf die Internationalität des Internets und die gebotene Innovationsoffenheit rechtlicher Regelungen sinnvoller, zunächst im Wege der Selbstregulierung nach Lösungen zu suchen, wie es gegenwärtig im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken geschieht. Thematisiert wurde nicht nur in diesem Kontext auch die Aufgeregtheit, mit der netzpolitische Themen in Deutschland bisweilen diskutiert werden, und die Notwendigkeit einer sachlichen und besonnen Auseinandersetzung.
"In der Diskussion mit den Seminarteilnehmern wurde deutlich, wie sehr unser Menschenbild und unsere Werte die Einstellung zum Internet prägen und auch prägen müssen" meinte Ralf Lesser hinterher. "Das hatte heute den interessanten Nebeneffekt, dass binnen kürzester Zeit auch diejenigen Seminarteilnehmer mitdiskutieren konnten, die sich bislang nicht so sehr mit dem Internet auseinandergesetzt und vielleicht sogar Berührungsängste hatten. Eine Diskussion in der gesamten Gesellschaft ist wichtig, weil die Bedeutung des Internets immer mehr zunimmt und die damit einhergehenden Veränderungen im Guten wie im Schlechten jeden von uns betreffen".

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