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Moderne Verwaltungskommunikation

Moderne Kommunikations- und Informationstechnik hat eine zentrale und essentielle Bedeutung für die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Sie ist notwendige Voraussetzung wie auch Treiber bei der Erreichung strategischer Ziele in der Verwaltungsmodernisierung. Durch den Einsatz moderner Kommunikations- und Informationstechnik und der elektronischen Zusammenarbeit innerhalb der öffentlichen Verwaltung können Arbeitsabläufe effektiver und effizienter gestaltet und der Bürokratieabbau voran getrieben werden. Vor dem Hintergrund einer dramatisch veränderten IT-Sicherheitslage ist zudem eine dringende Neugestaltung der Kommunikationsinfrastrukturen des Bundes über eine reine Modernisierung hinaus unerlässlich. Hierbei wird der stetige Wandel der IT-Sicherheitslage, die Anforderungen an die Netze sowie der Informationstechnik insgesamt berücksichtigt.

Jede Verwaltung muss als Grundlage über eine funktionstüchtige und leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur verfügen, mit der nicht nur die Übertragung von Emails, der Zugriff auf das interne Netz sowie die Weiterleitung von Telefongesprächen an die richtige Person gewährleistet wird, sondern insbesondere auch die Nutzung von kritischen und sensiblen Fachanwendungen wie z.B. der Anti-Terror-Datei, der AZR- oder anderer verwaltungsinterner Fachverfahren.

Der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) wurde im Zuge des Umzugs der Bundesregierung nach Berlin geschaffen und ermöglicht eine Vernetzung der Obersten Bundesbehörden. Der Informationsverbund der Bundesregierung (IVBV) wurde im Jahr 2004 zur Ergänzung des IVBB und für die weitere Vernetzung der Bundesverwaltung eingerichtet. Ebenso wurden auf der Basis eigener Bedürfnisse und im Rahmen der jeweiligen fachlichen Zuständigkeit in Bund, Ländern und Kommunen viele weitere parallele und individuelle Netzinfrastrukturen geschaffen, für die es keine einheitlichen Sicherheitsstandards gibt.

Durch diese individuellen Netzinfrastrukturen können nicht alle Potentiale der modernen Kommunikationstechnik genutzt und vollständig ausgeschöpft werden. Weiterhin stehen sie durch professionell organisierte Angriffe z.B. mit Trojanern in Gefahr, außer Gefecht gesetzt zu werden. Um diese Herausforderung zu lösen, werden folgende zwei Vorhaben durchgeführt:

Mit dem Vorhaben Deutschland-Online Infrastruktur (DOI) wird eine deutschlandweite Kommunikationsinfrastruktur bereitgestellt, die eine verwaltungsebenen-übergreifende sichere Kommunikation zwischen Bundesnetzen, den Ländernetzen und den Netzen der Kommunen ermöglicht und zusätzlich als Zugang zum europäischen sTESTA-Netz fungiert. Grundlage des Projektes ist der von den Regierungschefs des Bundes und der Länder beschlossene Aktionsplan Deutschland-Online.
Bis zum 31.12.2010 war der Verein "Deutschland-Online Infrastruktur e.V.“ (DOI-Netz e.V.) für die Planung, Vergabe und Betriebsführung des DOI-Netzes verantwortlich. Diese Aufgaben wurden zum 1.1.2011 auf Basis des im August 2009 in Kraft getretenen neuen Artikel 91c des Grundgesetzes (GG) sowie des entsprechenden Umsetzungsgesetzes (IT-NetzG) auf den Bund übertragen.

Deutschland-Online Infrastruktur gibt Deutschland innovative Impulse und setzt bei der zukünftigen Netzinfrastruktur für die öffentliche Verwaltung auf das Internet-Protokoll Version 6 (IPv6). Der Umstieg von IPv4 auf IPv6 schafft neue Möglichkeiten für zukunftsorientierte Anwendungen für die öffentliche Verwaltung.

Im Projekt "Netze des Bundes" werden die netzinfrastrukturellen Voraussetzungen für die elektronische Kommunikation innerhalb der Bundesverwaltung geschaffen, insbesondere unter Berücksichtigung der gestiegenen Bedrohungslage, der hohen Bedeutung von Netzen für die Verwaltung und den rasanten technologischen Entwicklungen im IT-Sektor. Hierzu werden zunächst die beiden zentralen ressortübergreifenden Regierungsnetze IVBB und IVBV durch eine leistungsfähige, sichere und krisenfeste gemeinsame Netzinfrastruktur abgelöst und in kritischen Modulen zudem mehr Eigenbetrieb durch in der Bundesverwaltung vorhandene bundeseigenen IT-Dienstleister angestrebt. Dies wird im Rahmen der Kooperation der IT-Dienstleister von BMF (ZIVIT), BMVBS (DWD) und BMI (BIT) umgesetzt. Des Weiteren wird eine Gesamtstrategie für weitergehende Konsolidierungen der Netze des Bundes erarbeitet. Dadurch wird die Bundesverwaltung im Bereich der IT-Infrastrukturen unter gezielter Nutzung von Synergie- und Konsolidierungspotenzialen insgesamt noch besser und zukunftssicherer aufgestellt. Aufbauend auf dieser gemeinsamen Infrastruktur können Bundesbehörden dann ihre Liegenschaften anforderungsgerecht und sicher miteinander vernetzen, behördenübergreifend kommunizieren sowie beispielsweise IT- Verfahren anbieten oder selbst nutzen. Ziel ist es, langfristig eine gemeinsame und vor allem sichere Netzinfrastruktur für die Bundesverwaltung zu schaffen.

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